Das Transportwesen in Ecuador

Mit dieser Methode kommen Kinder in die Schule, Arbeiter auf die Arbeit und Touristen in die entferntesten Ecken des Landes. So werden auch die Waren zum Markt gefahren und es kommt vor, dass mal eine Kuh oder ein Schaf mit auf der Ladefläche transportiert werden. Dabei scheint es kein zulässiges Gesamtgewicht zu geben. Die Achsen und Federungen werden häufig bis an die Grenze des Möglichen belastet.
Die Camionetas, so werden die Pick-Ups in Ecuador genannt, sind das günstigste und häufigste Verkehrsmittel. Ob Privatfahrzeuge oder auch Fahrzeuge von Transportvereinigungen, wer mitfahren will hält die Hand raus. Meistens hält der Fahrer und man kann auf die Ladefläche klettern. Ist man am Ziel, klopft man einfach an die Heckscheibe und der Fahrer hält wieder an.
Dann bezahlt man und weiter geht´s.

So etwas gehört auch zum üblichen Strassenbild. Sehr alt und mit vielen Beulen. Solange ein Auto fährt wird es benutzt und hat auch noch einen relativ hohen Wert. Spritsparen ist hier nicht so in Mode wie in Europa, hier kostet die Galone Benzin ca. 1,50 $. Das sind ca. 40 Cent pro Liter.
Hier sieht man eine relativ gut erhaltene Camioneta. Das Baujahr darf jeder selber schätzen, jedenfalls ist sie wahrscheinlich noch gut intakt. Relativ wenige Beulen, keinen Sprung in der Scheibe, Nummernschild und Scheibenwischer. Alles vorhanden was man auch in Europa bräuchte, hier aber nicht unbedingt an jedem Auto zu finden ist.

Nummernschilder sind Luxus

Die Polizei geht mit "gutem Beispiel" voran. Ohne Helm und ohne Nummernschild ist dieser getarnte Polizist auf seinem Moped unterwegs.
Es ist hier auch keine Seltenheit, dass die Polizei angehupt wird, weil sie grad zu langsam fährt oder irgendwo auf der Strasse steht. Das wird von den Ordnungshütern auch nicht übel genommen.
Ein wunderschöner Jeep. Ohne Stossstange und ohne Nummernschild aber er fährt.
Zu beachten ist auch der Corsa-Stufenheck. Und wer genau hinguckt sieht auch, das ist kein Opel Corsa sondern ein Chervolet Corsa.
Hier sind die meisten Autos Chevrolets, obwohl die Karossen aus Deutschland bekannt sind.

Busse, öffentliche Lastenesel

Ein sehr typisches Bild sind die auch auf den Dächern beladenen Reisebusse. Wir sahen auch schon ein Schaf auf dem Dach eines Busses mitfahren. Wie auf dem Bild zu sehen ist, hängt es von den Stapelkünsten der Busbelader ab, ob es für die nächste Zeit Stromausfall gibt. Das sehr originelle Stromnetz ist für Angriffe jeglicher Art sehr empfänglich. Ob überladene Busse, Äste oder Bäume, es kommt vor, dass man Stundenlang im Dunkeln sitzt.
Dieser Bus fährt nur noch Waren durch die Gegend. Trotzdem fahren auch solche Busse noch im Personennahverkehr. Etwas unheimlich sind die starken Motoren, die teilweise in solchen alten Bussen ihren Dienst tun. Auf der Panamerikana - der zentralen Autobahn - werden Moderne Reisebusse mit Leichtigkeit von solchen alten Vehikeln überholt. Ausserdem scheint es einen internen Wettbewerb zu geben, wer spuckt am meisten Russ und Abgase auf die Strasse.


Die alten Busse schrauben sich hier in der Sierra auf den Serpentinen bis ganz hinauf - über die Wolken!
Fahrer und Gefährt scheinen im Wettkampf mit den anderen Cooperativas (Busgesellschaften) um Fahrgäste eine Metamorphose zu durchwandern, die sie zu rasenden Geschossen werden lässt. Schneller, höher, weiter! Versagen auf beiden Seiten - technisch und menschlich - leider keine Seltenheit. Runtergewirtschaftet bis auf die Felge sind Unfälle vorprogrammiert. Auf dem Weg in die Comunidades in den Bergen stehen Kreuze en mas am Straßenrand, viele der Dorfbewohner haben Familienangehörige bei Busunfällen verloren. Einen klapprigen Bus der uns engegenkam, zierten geschwungene Lettern: Temor solo a dios - Fürchte nur Gott!

Autos...

Die Ecuadorianische Art des Wohnmobils. Mit Schaumgummimatten ausgelegt, gibt so ein LKW eine geräumige Schlafstätte. Damit werden die ganze Familie und auch andere Fahrgäste durch die Gegend chauffiert. In Ecuador stört es niemanden, dass solche Transporter eher an Viehtransporter erinnern. Hier ist man froh, wenn man zu einem günstigen Preis von A nach B gelangt. Und speziell im Regenwald sind solche überdachten Gefährte schon ein bisschen Luxus - bleibt man so doch trocken.
Es fährt noch!

Wenn der Aufkleber über dem linken Vorderrad stimmt, ist dieses Auto sogar ein Allradauto. Was für eine Luxuskarosse.