Die Andenbewohner



Die meisten Andenbewohner sind immer noch Nachkommen der Inka. Sie werden Indigene genannt und sprechen hauptsächlich Quichua, die Sprache der Inkas.
Als die spanischen Kolonialherren und Missionare in das Land kamen, wurde Quichua massiv unterdrückt und Spanisch preferiert. In manchen Gegenden ist deshalb Quichua bereits ausgestorben.

Die Indigenen sind relativ kleine Menschen, die sich dem Leben in den grossen Höhen recht gut angepasst haben. Sie wohnen teilweise noch immer in mit Pajagras gedeckten Hütten in sehr ärmlichen Verhältnissen. Auch in 4000 m Höhe leben die Menschen noch von Landwirtschaft. Das heisst genauer von Ackerbau. Es werden fast ausschliesslich Kartoffeln, Lauch und Bohnen angebaut. Die Felder werden grössten Teils immer noch mit der Hand bearbeitet, auch wenn es mittlerweile Traktoren gibt, ist durch die steilen Hanglagen der Äcker die Hacke oft noch das angesagte Werkzeug.

Hühner, Schafe, Lamas, Schweine und Kühe weiden auch in diesen Höhen noch und versorgen die Menschen mit Eiern, Milch, Fleisch und Wolle.

Die Dschungelbewohner

Im südlichen Teil des östlichen Ecuadors, dem Tropischen Regenwald, im Amazonasgebiet leben die Shuar. Diese Ureinwohner leben in kleinen Comunidades, was man vielleicht mit "Dorfgemeinschaft" übersetzen könnte. Manche dieser Stämme lassen keine Ausländer in ihre Dörfer, um nicht mit der Westlichen Kultur in Kontakt zu kommen, sondern ihre eigene Kultur zu wahren und zu pflegen. Andere Stämme versuchen durch Tourismus etwas Geld zu erwirtschaften. Die meisten Einwohner wandern aber in die Städte ab um dort Geld zu verdienen.

Die Küstenbewohner



An der Küste (costa) ist es natürlich viel wärmer als in der Sierra (dem Andengebirge).
Die Vegetation ist hier auch sehr üppig. Um die Stadt Quevedo z.B. gibt es tausende Hektar gut gepflegter Bananenplantagen. Wir fuhren an zwei Flugplätzen vorbei, die ausschließlich für Agrarflugzeuge angelegt wurden, welche die Bananenplantagen besprühen.

Direkt am Meer ist die Fischerei natürlich ein großer Wirtschaftsfaktor. In der großen Stadt "Manta", gibt es einen großen Hafen und sehr viele Fischverarbeitungsfabriken. Dementsprechend riecht es auch in der Gegend.

In dem kleinen Ort "Puerto Lopez", geht alles relativ gemütlich zu. Es gibt keinen Supermarkt weit und breit, alles was man kaufen kann, gibt es in den - für Ecuador typischen "Tiendas" - zu überhöten Preisen.
"Puerto Lopez" ist ein Städtchen, dem man es durchaus ansieht, dass Tourismus hier ein etablierter Wirtschaftszweig ist. Als "Gringo" kriegt man überall "Extrapreise", wenn man da nicht diskutiert, ist man schnell ein paar Dollars mehr los als es eigentlich gerechtfertigt ist.
Überall gibt es Hostals, Hotels, Bars und Touristikagenturen. Auf der Straße wird man als "Gringo" fast täglich angesprochen, ob man nicht einen Ausflug zur "Isla de la Plata" (auch scherzhaft "Galapagos für Arme" genannt) mitmachen möchte. Mit 50 $ ist man dabei und fährt mit einem Boot zur Insel, schnorcheln, Inselbesuch und eventuell auch Wahl- oder Delfinbeobachtung kann man da erleben.
Interessant ist auch der allmorgendliche Fischmarkt direkt am Strand. Wenn die Fischerboote vom Meer heimkehren, wird der Fang direkt vom Boot aus verkauft. Ob kleine Tintenfische, Thunfische, Rochen, (Hammer-)Haie oder Schwertfische, hier wird allerlei dessen was der große Pazifische Ozean zu bieten hat, angeboten.
Am Strand werden die großen Fische dann auch gleich zerlegt, gewogen und in Eiskisten auf Autos verfrachtet.
Bei dem ganzen Spektakel sind natürlich auch die Möven, Geier und Pelikane, die es hier in großen Mengen gibt, mit von der Partie. Jeder klaut sich Fisch, soviel er kann.

Auch wenn man denkt, dass durch Landwirtschaft und Fischfang der Landstrich relativ reich ist, sind die Menschen hier doch nicht sonderlich sozial. Wir beobachteten alte Männer, die sich beim Fischmarkt mit Sand bewarfen oder sich aus der Fischkiste, die gerade ein anderer bezahlt hat noch Fische klauten.

Probleme der Bevölkerung in Ecuador

Ein Problem der ländlichen Bevölkerung in Ecuador generell, ist der geringe Bildungsstand im Vergleich zu Eingewanderten Kolonialisten. Durch die mangelhafte Bildung lassen sich diese Bevölkerungsgruppen relativ leicht abhängig machen. Sie sind leider auch sehr empfänglich für die westliche Werbung und die damit verbundenen negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft. Das beste Beispiel dafür ist, dass man im Dschungel genauso wie auf über 4000 m Höhe in den Anden fast die ganze Palette der Coca-Cola-Company kaufen kann. Für uns unverständlich ist auch die Mentalität, sich einen Fernseher in die mit Pajagras gedeckte Hütte zu stellen, danach festzustellen, dass es sowiso keinen Empfang gibt und dann auf einen DVD-Player zu sparen. Während für die Kinder in der Schule 2 $ für Unterrichtsmaterialien wie Bücher nicht aufgebracht werden. In diesem Bereich scheinen die Menschen überall auf der Welt die gleichen Fehler zu wiederholen.